
Es geht mal wieder am Strand entlang.

Immer wieder stehen beeindruckende Felsen in der Brandung.
Nach diesem einfachen Warm-Up steht wieder eine Waldpassage an. Es geht steil bergauf, ist sehr schlammig und rutschig. An einigen Stellen kommt man nur dank oben festgeknoteter Seile weiter. Die Kletterei macht mir aber schon Spaß auch wenn es teilweise doch schwierig ist das Gleichgewicht trotz des schweren Rucksacks zu halten. Oben angekommen geht es dann wieder über die schon gewohnten Hindernisse. Nach 2 Kilometern müssen wir uns entscheiden: entweder weiter durch den Wald oder wieder an den Strand. Da an dem Strandabschnitt aber einige nicht ungefährliche Surge-Channels sein sollen und es außerdem ein kleiner Umweg ist entscheiden wir uns für den Waldweg. Hier geht es mal rauf, mal runter und wir legen die ein oder andere kurze Verschnaufpause ein. Mein Rucksack macht mir heute mehr zu schaffen als die letzten Tage. Ob es an dem beschädigten Hüftgurt, falschem Packen oder einfach genereller Erschöpfung liegt ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich ein wenig von allem.
Jetzt wartet ein Highlight auf uns: Chez Monique, der Burgerladen des Trails.

Aber erst muss die letzte Leiter zurück zum Strand überwunden werden. Im Sand stoßen wir auf Tierspuren, die wir nach unserer Einweisung vor drei Tagen sofort als Wolfsspuren identifizieren. Ein Wolf? Ein Wolf! Hier? Am Strand? Gespannt halten wir Ausschau nach dem Tier, sehen aber nichts. Also weiter zum Burgerladen.
Wie Burgerladen? Jaja, ihr lest schon richtig. Angefangen hat das Ganze vor 22 Jahren. Monique wollte aussteigen und hat sich hier nieder gelassen. Dann kamen ein paar Wanderer vorbei und haben ihr ihr Cola abgekauft. „The rest is history“ sagt sie. Sie hat um ihre bescheidene Hütte einen Gemüsegarten in dem sie vieles auch selber anbaut was sie so braucht. Aber natürlich wird sie per Boot mit allerlei Waren versorgt. Man kann hier Schokoriegel kaufen, Bier, Cola, Marshmellows, Chips, etc. Aber das Beste sind ihre Burger. Ich bestelle einen „fully loaded with everything“. Leider sind Champignons und Bacon aus, also wird es nur ein Cheeseburger. Nichts desto trotz schmeckt er sehr sehr gut. Als Beilage gibt’s ein wenig Kuskus.



Beim Essen taucht der vermeintliche Wolf auf: es ist Moniques Hund. Naja, zumindest haben wir die Spuren nicht komplett falsch gedeutet… Beim Essen fällt mir noch auf, dass mein Handy wieder mal weg ist. Mist, das hab ich heut Früh in der Seitentasche im Zelt vergessen. Aber zumindest is es dann auch im Rucksack.
Frisch gestärkt geht es weiter am Strand. Nach kurzer Zeit müssen wir mal wieder ins Cable Car steigen.

Danach wird der Strand wieder schwieriger zu gehen, die bereits verhassten Steinchen sind wieder da.

Wir machen eine kleine Pause am Bonilla Point. Um die Ecke ist ein schöner kleiner Wasserfall.

Dann geht es schon wieder weiter. Wir müssen uns jetzt ein wenig beeilen, um den Vancouver Point noch vor der Flut zu erreichen. Ansonsten hieße es zurück marschieren und den Waldweg nehmen. Wir kommen aber rechtzeitig an und meistern die kleine Kletterpartie um den Point ohne Probleme.

Jetzt sind wir fast am heutigen Tagesziel, dem Campground am Walbran Creek. Dummerweise liegt der am anderen Flussufer und das Cable Car ist nur über den Waldweg zu erreichen. Also heißt es Schuhe aus, Hosen abgezippt und durch den Creek waten.


Das Wasser ist eiskalt. Nach wenigen Schritten beginnt es bereits ein wenig weh zu tun. An einer kleinen Insel angekommen schaue ich zurück was Carina macht. Ich befürchte ein großes Drama. Aber sie überrascht mich und watet auch ohne Anstalten durchs Wasser. Normalerweise meidet sie Kälte wie der Teufel Weihwasser.
Wir schlagen unser Lager zwischen den angespülten Baumstämmen auf. Beim Aufbauen des Zelts kommt mein Handy auch wieder zum Vorschein. Leider hat es die Feuchtigkeit und den Sand aus dem Zeltinneren nicht so gut vertragen. Das Ding hats wohl hinter sich.
Noch bevor ich das Feuer anhabe die nächste Überraschung: Carina verkündet, dass sie schnell in den kleinen See am Creek hüpft. Wie bitte? Carina freiwillig ins kalte Wasser? Was ist denn hier los? Aber sie lässt ihren Worten Taten folgen und springt ins nasse Kalt. Hätt ich nicht für möglich gehalten.

Ich sorge mal wieder fürs Campfire. Dabei haut es ein paar Funken davon, mir genau auf das vor 4 Tagen gekaufte Longsleeve-Shirt. Ergebnis ist ein schönes großes Brandloch im Ärmel. Nicht so mein Tag heute.
Am Strand tauchen dann noch ein paar Rehe auf. Die passen hier irgendwie so gar nicht ins Bild. Wo bleiben Bär, Puma und Wolf? Die würd ich lieber sehen! Aber man muss wohl nehmen was da kommt.

Wir genießen noch die letzten Sonnenstrahlen und dann ist der Tag auch schon wieder rum.
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